So gelingt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit

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Feb ’20 | Gastartikel von Daniela Koster

Die Rückkehr in den Job ist am ersten Arbeitstag beendet, denkt man, aber es gibt tatsächlich auch dann noch neue Aufregung und ungewohnte Themen. In diesem Artikel fragt sich Daniela Koster: „Und nach der Rückkehr??“und liefert uns interessante Gedanken dazu.

Wie gehst du zurück im Job mit deinen hohen Ansprüchen an dich selbst um? Als Vollzeitkraft warst du in allen Themen drin und alle wichtigen Infos waren vorhanden. Dann kommst du aus der Elternzeit zurück und hast schon dadurch eine Informationslücke, dass du eine gewisse Zeit nicht im Unternehmen warst. Nach der Elternzeit arbeitest du vielleicht in Teilzeit und bekommst viele Infos nicht mit. Oft bist du zu relevanten Terminen nicht da und du rennst den Infos hinterher. Das kann frustrieren!

Oft ist auch eine Teilzeitstelle nicht wirklich für Teilzeit bemessen, eine 50%-Stelle hätten früher zwei gemacht. Dies frustriert zusätzlich, da du gefühlt nie mit deiner Arbeit fertig wirst.

Zu diesen Themen ein paar Gedanken von mir:

Informationen sind eine Holschuld!

Die Informationslücke, die sich durch deine Abwesenheit ergibt, hast du am besten schon während der Elternzeit im Blick. Bleibe mit Kollegen in Kontakt, so bekommst du zumindest die wesentlichen Dinge mit. Alles andere relativiert sich im Zeitablauf.

Auch wenn die Zeit am Arbeitsplatz knapp bemessen ist, nimm dir Zeit für einen Infoaustausch. Frage die Kollegen direkt nach dem Termin am nächsten Tag, was besprochen wurde und was das Ergebnis war. So sind die Erinnerungen bei den Kollegen noch frisch und du kannst selbst entscheiden, ob die Infos für dich relevant sind oder nicht. Wähle hierzu am besten Kollegen aus, die sich auf das wesentliche konzentrieren können. Es kostet zu viel Zeit und ist auch nicht nötig, die ganze Diskussion „wiedergekäut“ zu bekommen. Für dich zählen hier Ergebnisse des Termins und wer welche Aufträge erhalten hat.

Wenn du nicht am Termin teilnehmen kannst, frage im Vorfeld nach der Agenda und ob es ein Protokoll gibt. Eine Agenda gibt Hinweise auf wichtige Inhalte und über das Protokoll erfährst du die Ergebnisse.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Werde nicht müde, deine Arbeitszeiten zu kommunizieren! So lernen die Kollegen die Termine doch so zu legen, dass es auch für dich passt. Ich weiß, das kann anstrengend sein, aber es lohnt sich. Ich weiß nicht, wie oft ich schon gesagt habe, dass ich montags nicht im Büro bin. Aber wenn mich jemand wirklich bei einem Termin dabei haben möchte, nimmt er darauf Rücksicht.

Und wenn es mal nicht passt, nimm es nicht persönlich und entschuldige dich auf keinen Fall dafür, dass du dein Kind abholen musst! Nenne Alternativtermine, so dass der Termin vielleicht doch während deiner Arbeitszeit stattfinden kann. Wenn dies nicht möglich ist, biete an, dich im Nachgang über den Termin zu informieren und frage, ob derjenige, der den Termin organisiert für deine Fragen zur Verfügung steht.

Zu viele Aufgaben – zu wenig Zeit

Leider ist in letzter Zeit wirklich zu beobachten, dass immer weniger Kollegen für ein Thema zuständig sind. Zumindest ist das in meiner Branche so. Wo vor ein paar Jahren noch 2 Leute für ein Thema zusammen zuständig waren, hat nun einer das Thema allein und dazu noch zwei weitere. Das ist für eine Vollzeitkraft schon schwierig. Aber wenn du in Teilzeit arbeitest, potenziert sich das noch. Denn oft wissen die Chefs gar nicht, wieviel Zeit eine bestimmte Tätigkeit einnimmt oder was hinter einem bestimmten Themengebiet steckt. Da hilft nur, immer wieder bei deinem Chef ansprechen, dass du zu viel auf dem Tisch hast. Priorisiere mit ihm gemeinsam deine Aufgaben. Dabei ist ganz wichtig, dass du mit Vorschlägen ins Gespräch gehst. Für einen Chef gibt es nichts schlimmeres, als einen Mitarbeiter, der mit einem Problem kommt und die Lösung allein vom Chef erwartet. Ich spreche aus Erfahrung. Erläutere deinem Vorgesetzten, was du aktuell auf dem Tisch hast und wo aus deiner Sicht die Prioritäten sind. Informiere ihn, was du hinten anstellst. So weiß dein Chef, was liegen bleibt und kann eine andere Priorität vorgeben, wenn ihm etwas anderes wichtiger ist. Außerdem ist er sprachfähig, wenn er von anderen nach dem Arbeitsstand zu einem Thema gefragt wird.

Bleib gelassen!

Bei allem ist auch ein gewisses Maß an Gelassenheit notwendig. Manche Infos werden an dir vorbeigehen und vielleicht reagieren ein paar Kollegen komisch, wenn du Termine absagst. Nimm das nicht persönlich!

Willst du die Rückkehr nach der Elternzeit gut vorbereiten, stehe ich gerne für eine Begleitung zur Verfügung. Und wenn du nach der Rückkehr in den Job immer wieder an deine Grenzen kommst und du immer wieder zu hohe Ansprüche an dich selbst stellst, lass uns gemeinsam schauen, wie du wieder in deine Kraft kommst und gelassener wirst.


Autorenportrait

Ich bin Daniela Koster, Coach für Frauen, die mehr als nur Mama sein wollen. Ich habe selbst zwei Kinder und kenne die Herausforderungen, die Arbeit, Kinder, Partnerschaft mit sich bringen.

Daneben bin ich schon lange Führungskraft in einer Bank. Aufgrund meiner Erfahrungen bei der Rückkehr nach der Elternzeit möchte ich Frauen unterstützen herauszufinden, was sie wollen, damit sie gut vorbereitet in die Gespräche mit ihrem Vorgesetzten gehen, so dass der Wiedereinstieg gut gelingen kann. Medien und TextAbsatz

Weitere Infos findest du auf meiner Webseite www.danielakoster.de und Austausch und Unterstützung gibt es in meiner Facebook Gruppe „Mehr als nur Mama sein! Entspannt durch den Alltag trotz Kind und Karriere“ facebook.com/groups/553893615024636/

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